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Regenzeit Japan: Wann & was erwartet mich?

Aktualisiert 2026

Die Regenzeit in Japan dauert von Juni bis September. Der nasseste Monat ist der Juli mit 200 mm Niederschlag an 12 Regentagen.

Kurz: JuniSeptember

Bedingt empfehlenswert

Japans Tsuyu-Regenzeit (Juni–Juli) ist kein Reisehindernis, sondern ein anderes Japan-Erlebnis: Hortensientempel, Festivals und günstigere Preise. Die eigentliche Herausforderung sind Taifune ab August — besonders September birgt echtes Störpotenzial für Reisepläne.

Japan und Regen — das ist keine Ausnahme, sondern ein fester Bestandteil des japanischen Jahreszyklus. Die Tsuyu (梅雨), wörtlich der Pflaumenregen, ist eine der bekanntesten meteorologischen Erscheinungen Ostasiens und prägt jeden Sommer auf Honshu, Kyushu und Shikoku. Von Anfang Juni bis Mitte Juli bringt ein stationäres Tiefdrucksystem anhaltenden Nieselregen, drückende Schwüle und graue Himmel — keine tropischen Gewittergüsse, sondern hartnäckige Feuchtigkeit, die sich in die Kleidung saugt und die Luft mit über 80 Prozent Feuchtigkeit sättigt. Mit 200 mm im Juli und 180 mm im Juni erreichen die Niederschläge ihren Jahreshöhepunkt. Was viele Reisende nicht wissen: Parallel zur Tsuyu blühen Japans Hortensien (Ajisai, 紫陽花) in atemberaubender Pracht, finden einige der größten Festivals des Jahres statt, und Hokkaido entzieht sich dem Regen nahezu vollständig. In diesem Guide erfährst du, was Japan in der Regenzeit wirklich bedeutet — mit ehrlichen Angaben zu Tsuyu, Taifunen und den Monaten, die du besser meidest.

Regenzeit Japan

Regenzeit Japan – Monat für Monat

Jan
50 mm
8 Regentage
Feb
60 mm
7 Regentage
Mär
70 mm
9 Regentage
Apr
80 mm
10 Regentage
Mai
100 mm
11 Regentage
Jun
180 mm
13 Regentage
Jul
200 mm
12 Regentage
Aug
150 mm
10 Regentage
Sep
130 mm
9 Regentage
Okt
100 mm
8 Regentage
Nov
70 mm
7 Regentage
Dez
60 mm
8 Regentage
HauptregenzeitRegenzeitTrockenzeit

Regenzeit: Juni, Juli, August, September. Trockenzeit: Januar, Februar, März, April, Mai, Oktober, November, Dezember.

Detailliertes Wetter nach Monat

Alle Wetterdaten für Japan — Temperaturen, Sonnenstunden und mehr:

Was erwartet mich während der Regenzeit in Japan?

Wer sich Japans Regenzeit als tropischen Monsun vorstellt, wird überrascht sein: Die Tsuyu ist kein dramatisches Ereignis, sondern eine Art anhaltender Niesel-Grauzone. Ein typischer Tsuyu-Tag in Tokyo oder Kyoto beginnt mit bedecktem Himmel und schwüler Luft — oft folgt ein leichter Regen, der für Stunden anhält, ohne wirklich stark zu werden. Regenschirme sind Pflicht, aber Gummistiefel braucht man selten. Die Temperatur liegt zwischen 22 und 28 Grad Celsius, doch die Luftfeuchtigkeit lässt die gefühlte Hitze deutlich höher erscheinen. Klimaanlagen in Restaurants, Shinkansen und Kaufhäusern laufen auf Hochtouren — Japaner selbst leiden sichtlich unter der Schwüle. Der nasseste Einzelmonat ist der Juli mit 200 mm auf 12 Regentagen: Das bedeutet statistisch fast jeden zweiten Tag Regen, oft in mehreren Schüben täglich. Gegen Ende der Tsuyu (Mitte Juli) bricht in der Regel innerhalb weniger Tage der Sommer durch — die so genannte Midsummer-Öffnung (梅雨明け, Tsuyu Ake). Dann wird es sehr schnell heiß und sonnig. Der August und September bringen eine andere Art von Feuchtigkeit: Taifune. Diese tropischen Wirbelstürme bewegen sich vom Westpazifik auf Japan zu und können innerhalb von 24 Stunden Zuglinien lahmlegen, Bergpfade sperren und Küstenregionen mit heftigen Regenfällen und Sturmböen treffen. Die 150 mm im August und 130 mm im September sind zum Teil taifunbedingt. Taifune treffen Japan nicht jeden Monat — aber wenn einer anzieht, ist schnelles Handeln gefragt.

Japans Regenzeit ist zweigeteilt: Die Tsuyu-Saison (梅雨, deutsch: Pflaumenregen) von Juni bis Mitte Juli bringt anhaltenden Nieselregen und drückende Schwüle, keine tropischen Gewittergüsse. Danach folgt die Taifun-Saison von August bis Oktober, in der tropische Stürme gelegentlich für Zugausfälle, gesperrte Bergpfade und Überschwemmungen sorgen können. Zwischen diesen beiden Phasen und außerhalb davon ist Japan meist trocken und gut bereisbar.

Lohnt sich Japan in der Regenzeit?

Eine Reise während der Regenzeit nach Japan hat Vor- und Nachteile. Hier ein Überblick:

Vorteile

Hortensienblüte (Ajisai) im Juni: Japans Tempel und Schreine erstrahlen in leuchtendem Blau und Lila — ein kulturelles Highlight, das nur in der Regenzeit möglich ist

Gion Matsuri Festival in Kyoto (17. und 24. Juli) fällt in die Endphase der Tsuyu — eines der beeindruckendsten Festivals Japans mit prächtigen Yamaboko-Festwagen

Hotelpreise 15–25 Prozent günstiger als in der Kirschblüten- oder Herbst-Hochsaison — Ryokans und Stadthotels werden deutlich erschwinglicher

Weniger internationale Touristen an den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten: Kyotos Tempel und Tokyos Märkte sind deutlich weniger überlaufen als im Frühjahr oder Oktober

Hokkaido bleibt von der Tsuyu weitgehend verschont und bietet im Juli die spektakulären Lavendelfelder von Furano bei angenehmen Temperaturen

Tempel, Schreine und Bambushaine im Nebel wirken besonders malerisch — für Fotografen ist die Tsuyu-Zeit einzigartig atmosphärisch

Onsen (Heiße Quellen) genießen: Rotenburo-Außenbäder in der kühlen, regnerischen Jahreszeit sind ein besonders intensives Erlebnis — Hakone, Beppu und Kinosaki laden dazu ein

Nachteile

Drückende Schwüle mit über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit macht das Sightseeing in Tokyo und Kyoto im Juli körperlich anstrengend

Taifune von August bis Oktober können Zugreisen, Bergwanderungen und Flüge kurzfristig unterbrechen — besonders der September ist mit durchschnittlich 130 mm der taifunreichste Monat

Transportunterbrechungen durch Taifune: Shinkansen-Linien, lokale Bergbahnen und Fähren zu den Inseln werden bei Sturmwarnung eingestellt — Reisepläne können sich verschieben

Bergregionen wie die Japanischen Alpen (Kamikochi, Tateyama) können bei starken Regenfällen für Wanderer gesperrt werden

Die 200 mm im Juli (12 Regentage) bedeuten in Tokyo und Kyoto kaum trockene Außenaktivitäten — wer ausschließlich Freilichtsehenswürdigkeiten sehen möchte, wird frustriert sein

Schimmelgeruch in älteren Unterkünften und feuchte Kleidung sind typische Unannehmlichkeiten der Tsuyu-Reise

Preise in der Regenzeit

15–25%günstiger als in der Hochsaison

Japan zeigt in der Tsuyu-Saison (Juni–Juli) keine so dramatischen Preiseinbrüche wie tropische Strandziele, aber die Ersparnisse sind spürbar. Ryokans und Stadthotels in Kyoto und Tokyo, die in der Kirschblüten-Hochsaison (März–April) und zur Herbstlaub-Saison (Oktober–November) 200–350 Euro pro Nacht kosten, sind in der Regenzeit häufig schon für 150–250 Euro buchbar. Besonders in der dritten Juniwoche und Anfang Juli, wenn europäische Reisende die Tsuyu meiden, gibt es gelegentlich Last-Minute-Angebote. Wir empfehlen, flexibel zu buchen und Unterkünfte mit kostenloser Stornierung zu bevorzugen, da Taifun-Warnungen im Spätsommer kurzfristige Planänderungen erfordern können.

Welche Monate sollte ich meiden?

Wenn du Japan bereist und auf planbare Außenaktivitäten angewiesen bist, ist der Juli der problematischste Monat: 200 mm auf 12 Regentagen bedeuten eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Tagesausflüge in Parks, auf Bergpfade oder zu Freilichtsehenswürdigkeiten buchstäblich ins Wasser fallen. Besonders in der ersten Julihälfte, wenn die Tsuyu ihren Höhepunkt erreicht, sind mehrstündige Wanderungen in den Japanischen Alpen oder auf dem Kumano Kodo kaum sinnvoll planbar. Der Juni ist mit 180 mm und 13 Regentagen ebenfalls regenreich, aber kulturell spannend — die Hortensienblüte läuft auf Hochtouren, und wer Indoor-Attraktionen einplant, kommt gut durch den Monat. Wer ausschließlich Strandurlaub auf den südlichen Inseln machen möchte, sollte den September meiden: Dieser Monat ist der statistische Höhepunkt der Taifun-Saison. Mit 130 mm und neun Regentagen ist September zwar trockener als Juli, aber die Gefahr, dass ein Taifun genau in deine Reisezeit fällt und Flüge, Fähren oder Shinkansen einstellt, ist real. Selbst wenn kein Taifun direkt landet, können Ausläufer stundenlangen Starkregen und Sturmböen bringen. Der August ist ein Kompromiss: Heiß, schwül, touristenvoll — und mit gelegentlicher Taifun-Gefahr. Für Hokkaido ist August dagegen ideal.

Die Taifun-Saison: August bis Oktober in Japan

Während die Tsuyu eine vorhersehbare, jahreszeitlich stabile Erscheinung ist, kommen Taifune (台風) unberechenbar. Von August bis Oktober zieht durchschnittlich ein bis drei Taifune pro Monat durch den Westpazifik Richtung Japan — nicht alle treffen direkt, aber alle erzeugen Regenausläufer, die Teile des Landes betreffen. Der Oktober entspannt sich mit nur 100 mm und acht Regentagen bereits erheblich und gilt in Japan als Beginn der schönsten Herbstzeit mit Koyo (紅葉, Herbstlaub). Wer im Oktober reist, hat statistisch die besten Chancen: Die Taifun-Frequenz sinkt, das Laub beginnt sich zu verfärben, und die Temperaturen sind angenehm bei 15–22 Grad Celsius. Für August und September empfehlen wir, Reisepläne möglichst flexibel zu gestalten, auf Züge statt Fähren zu setzen (Züge haben bessere Ersatzpläne) und täglich die Wetterwarnungen der Japan Meteorological Agency zu prüfen.

Regionale Unterschiede

Die Regenzeit fällt in Japan nicht überall gleich aus. Je nach Region gibt es deutliche Unterschiede:

Okinawa & Südinseln (Ryukyu-Archipel)

Okinawa erlebt die Tsuyu als Erste: Bereits Anfang Mai setzt der Pflaumenregen ein und endet Mitte Juni — rund vier Wochen früher als auf Honshu. Danach ist Okinawa von Juli bis Oktober sonnig und warm, kämpft aber als erste Region mit heranziehenden Taifunen. Wer Okinawa im Juli oder August besucht, genießt türkisblaues Wasser und Korallengärten, muss aber Taifun-Warnungen im Blick behalten.

Tipp: Für Strandurlaub in Okinawa ist Mai (vor Tsuyu-Ende) oder November ideal. Im Juli und August sind die Resorts trotz Taifungefahr geöffnet — buche stornierbare Unterkünfte.

Kyushu & Shikoku (Fukuoka, Nagasaki, Matsuyama)

Kyushu zählt zu den regenreichsten Regionen Japans während der Tsuyu. Besonders Süd-Kyushu um Kagoshima und der abgelegene Yakushima-Urwald sind für extreme Niederschläge bekannt — Yakushima gilt als einer der regenreichsten Orte Japans überhaupt. Shikoku bietet dagegen charmante Flusslandschaften wie den Shimanto-Fluss, der in der grünen Jahreszeit besonders malerisch wirkt.

Tipp: Plane für Yakushima ohnehin mit Regen — der Urwald ist gerade wegen seiner Feuchtigkeit so eindrucksvoll. Für Fukuoka-Besuch die erste Julihälfte bevorzugen, wenn die Tsuyu gerade abzieht.

Honshu: Tokyo, Kyoto, Osaka, Hiroshima

Das touristische Kernland erlebt die klassische Tsuyu von Ende Mai bis Mitte Juli. In Tokyo und Kyoto bedeutet das wochenlanger Nieselregen, schwüle Luft mit über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und volle Hortensientempel — denn Japaner pilgern gezielt zur Blüte der Ajisai (紫陽花). Das Gion Matsuri Festival in Kyoto (17. und 24. Juli) fällt fast genau in die Endphase der Tsuyu und bietet ein unvergessliches Erlebnis trotz oder gerade wegen der feuchten Atmosphäre.

Tipp: In Kyoto lohnt sich ein Besuch des Mimurotoji-Tempels oder des Meigetsuin in Kamakura speziell für die Hortensienblüte im Juni — die Tempel sind dann zwar voll mit japanischen Besuchern, aber die Atmosphäre ist magisch.

Hokkaido (Sapporo, Furano, Hakodate)

Hokkaido ist Japans große Ausnahme: Die Insel entkommt der Tsuyu fast vollständig, da das Tiefdrucksystem im Sommer selten weit genug nach Norden zieht. Juli und August sind in Hokkaido vergleichsweise trocken und mild — genau dann blühen in Furano die berühmten Lavendelfelder in leuchtendem Lila. Schnee fällt in Hokkaido dagegen von November bis April reichlich, was die Wintermonate zu einer Spezialreise für Skifahrer macht.

Tipp: Wer der Tsuyu in Honshu entfliehen möchte, sollte eine Reiseroute über Hokkaido in Betracht ziehen — im Juli sind Lavendelfelder, Nationalparks und Temperaturen um 22–25°C ideal.

Was kann ich trotzdem unternehmen?

Auch während der Regenzeit gibt es in Japan viel zu erleben:

  • Hortensientempel erkunden: Der Meigetsuin-Tempel in Kamakura und der Mimurotoji-Tempel in Uji bei Kyoto sind im Juni vollständig von blühenden Hortensien umgeben — ein einzigartiges Bild, das nur in der Tsuyu-Zeit existiert
  • Gion Matsuri Festival in Kyoto (17. und 24. Juli): Einer der berühmtesten Umzüge Japans mit jahrhundertealten Yamaboko-Festwagen, aufwendigen Kostümen und lebhafter Straßenkultur — mitten in der Regenzeit, und trotzdem (oder deswegen) unvergesslich
  • Onsen & Rotenburo: Hakone, Beppu, Kinosaki und Kusatsu bieten heiße Quellen, die im Regen besonders heilsam und atmosphärisch wirken — ein Outdoor-Onsen bei leichtem Regen ist ein Japan-Erlebnis der besonderen Art
  • Museen und Innenattraktionen: Tokyo bietet das teamLab Borderless Digital Art Museum, das Edo-Tokyo Museum und zahlreiche Manga-Cafés für Regentage — in Kyoto füllen traditionelle Machiya-Museen und Kunsthandwerksgalerien den Tag
  • Hokkaido Lavendelfelder (Juli): Während Honshu im Tsuyu-Grau versinkt, blühen in Furanos Farm Tomita riesige Lavendelfelder — kombinierbar mit dem Furano-Biei-Blumenkalender
  • Yakushima-Urwald: Der UNESCO-Weltnaturerbe-Wald auf der Insel Yakushima ist gerade in der Regenzeit am eindrucksvollsten — moosbedeckte Zedernriesen, mystische Nebelstimmung und der Fluss Miyanoura-dake laden zur Wanderung ein
  • Kochen und Kulinarik: Tsukiji-Fischmarkt-Frühstück in Tokyo, traditionelle Ramen-Küchen, Sushi-Kochkurse und Sake-Brauereien sind wetterunabhängig und bieten tiefen Einblick in japanische Esskultur
  • Schreine und Tempel im Nebel fotografieren: Fushimi Inari in Kyoto, Nikko und das Hiroshima-Friedensmuseum entfalten in der feuchten, nebeligen Luft eine Atmosphäre, die bei Sonnenschein kaum reproduzierbar ist

Praktische Tipps für die Regenzeit in Japan

  • Packe einen kompakten Reiseschirm (konbini-umbrella): In Japan kann man an jeder Convenience-Store-Kette (7-Eleven, Lawson, FamilyMart) für 500–700 Yen einen guten Schirm kaufen — leichter als Regenponcho und in Japan allgegenwärtig
  • Plane Outdoor-Aktivitäten für den Vormittag: In der Tsuyu regnet es oft in Wellen — morgens sind Schreine, Parks und Märkte besser zugänglich als am Nachmittag
  • Verfolge Taifun-Warnungen täglich: Die Japan Meteorological Agency (jma.go.jp) und die App YoWeather geben zuverlässige Taifun-Tracks aus — bei einer Warnung (Warning Level) JR-Pass-Züge früh umbuchen, bevor Züge eingestellt werden
  • Buche Unterkünfte mit kostenloser Stornierung: Besonders im August und September, wenn Taifune Reisepläne verschieben können, ist Flexibilität wichtiger als der günstigste Preis
  • Ryokans bieten die beste Tsuyu-Erfahrung: Traditionelle Gasthäuser mit Futon, Kaiseki-Dinner und Onsen-Zugang sind in der Regenzeit günstiger als sonst und erlauben ein Japan-Erlebnis, das vom Wetter unabhängig ist
  • Hokkaido als Tsuyu-Flucht: Wer die Tsuyu meiden möchte, aber im Juli reist, kann die Reiseroute über Sapporo und Furano planen — Hokkaido bleibt in der Tsuyu-Phase nahezu unberührt
  • Feuchtigkeitsregulierende Kleidung ist Pflicht: Synthetics oder Merinowolle statt Baumwolle — bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit klebt nasse Baumwolle am Körper, was nach wenigen Stunden unangenehm wird
  • IC-Card (Suica/Pasmo) immer aufgeladen halten: Bei Taifun-bedingten Zugausfällen kann es zu langen Schlangen und geschlossenen Ticketschaltern kommen — eine vorgeladene Karte ermöglicht spontane Umstiege

Wohin stattdessen? Alternativen zur Regenzeit

Wenn Japan Regenzeit hat, sind diese Ziele eine gute Alternative:

Fazit: Ist die Regenzeit in Japan ein Problem?

Die Regenzeit in Japan ist kein Reiseverbot — sie ist eine andere Art, Japan zu erleben. Wer die Tsuyu im Juni bewusst einplant, bekommt Hortensientempel ohne westliche Massen, günstigere Ryokan-Preise und die Möglichkeit, das Gion Matsuri Festival in Kyoto zu erleben. Wer den Juli meidet oder stattdessen nach Hokkaido ausweicht, umgeht das nasseste Kapitel des Sommers. Das eigentliche Risiko der Regenzeit ist nicht die Tsuyu, sondern die Taifun-Saison im September: Wer dann reist, braucht flexible Buchungen und einen kühlen Kopf. Für alle anderen Reisenden gilt: Oktober bis November und März bis Mai (vor dem Tsuyu-Einsetzen) sind unbestritten die angenehmsten Monate. Wer aber neugierig ist, ein regnerisches, nebliges, kulturschwangeres Japan zu entdecken, ist in der Regenzeit genau richtig.

Häufige Fragen zur Regenzeit in Japan

Was ist die Tsuyu in Japan?

Tsuyu (梅雨) bedeutet wörtlich Pflaumenregen und bezeichnet Japans jährliche Regenzeit, die durch ein stationäres Tiefdrucksystem über dem Westpazifik entsteht. Die Tsuyu bringt keinen tropischen Monsun, sondern anhaltenden Nieselregen und extreme Luftfeuchtigkeit von 80 bis 95 Prozent. Sie trifft Okinawa zuerst (Anfang Mai), zieht dann nordwärts über Kyushu und Shikoku (Anfang Juni) und erreicht das Kernland Honshu mit Tokyo und Kyoto Ende Mai bis Mitte Juli. Hokkaido entkommt der Tsuyu weitgehend.

Wann ist die Regenzeit in Japan?

Die Hauptregenzeit (Tsuyu) dauert in Honshu, Kyushu und Shikoku von etwa Ende Mai bis Mitte Juli. Der nasseste Monat ist der Juli mit 200 mm auf 12 Regentagen, gefolgt vom Juni mit 180 mm auf 13 Tagen. Danach folgt die Taifun-Saison von August bis Oktober, die weitere Niederschläge bringt: 150 mm im August, 130 mm im September und 100 mm im Oktober. Die trockensten Monate sind Januar bis April und November bis Dezember.

Wie groß ist das Taifun-Risiko in Japan?

Das Taifun-Risiko ist real, aber handhabbar. Durchschnittlich ziehen ein bis drei Taifune pro Monat von August bis Oktober durch den Westpazifik Richtung Japan — nicht alle treffen das Festland direkt, aber Regenausläufer beeinflussen weite Teile des Landes. Der September ist der statistisch gefährlichste Taifun-Monat. Praktische Folgen können sein: Shinkansen-Einstellungen für 12–24 Stunden, gesperrte Bergpfade, abgesagte Fähren zu den Inseln und gelegentliche Überschwemmungen in Tieflagen. Wer im September reist, sollte täglich die Japan Meteorological Agency prüfen und stornierbare Buchungen bevorzugen.

Kann man während der Tsuyu trotzdem gut in Japan reisen?

Ja, definitiv. Die Tsuyu ist kein Reisehindernis, sofern man die Erwartungen anpasst. Kulturelle Sehenswürdigkeiten wie Kyotos Tempel, Tokyos Museen und Schreine sind wetterunabhängig und in der Tsuyu oft weniger überlaufen als in der Frühjahrs-Hochsaison. Die Hortensienblüte (Ajisai) ist ein kulturelles Highlight, das ausschließlich in der Tsuyu-Zeit existiert. Das Gion Matsuri Festival in Kyoto (17. und 24. Juli) ist eines der spektakulärsten Ereignisse des Jahres. Wer Outdoor-Wanderungen oder Strandtage als Hauptprogramm plant, sollte den Juli jedoch meiden.

Was ist die beste Reisezeit für Japan?

Die zwei klassischen Hochsaisons in Japan sind die Kirschblüte (Sakura) im März und April sowie das Herbstlaub (Koyo) im Oktober und November. Beide Perioden sind touristisch stark frequentiert und teuer, bieten aber das klassische Japan-Erlebnis. Für Reisende, die günstigere Preise und weniger Gedränge bevorzugen, sind die Monate Mai (warm, grün, vor der Tsuyu) und Anfang Oktober (nach dem Taifun-Höhepunkt, frische Luft) excellent. Der tiefe Winter (Januar/Februar) ist ruhig und günstig — ideal für Skifahrer in Hokkaido oder Onsen-Reisende.

Ist Hokkaido eine gute Alternative während der Tsuyu?

Ja, Hokkaido ist Japans beste Tsuyu-Alternative. Die nördlichste Hauptinsel liegt außerhalb des Einflussbereichs des Tsuyu-Tiefdrucksystems und erlebt im Juli und August vergleichsweise trockene, angenehme Sommer mit Temperaturen um 22–25 Grad Celsius. Im Juli blühen in der Ebene um Furano die berühmten Lavendelfelder auf Farm Tomita — ein spektakuläres Bild. Hokkaido bietet außerdem Nationalparks wie Daisetsuzan und Shiretoko sowie frischen Meeresfrüchten in Sapporo. Einziger Wermutstropfen: Hokkaido ist von Taifunen zwar seltener direkt betroffen, aber im Spätsommer gelegentlich von Sturm-Ausläufern gestreift.

Was kostet Japan in der Regenzeit im Vergleich zur Hochsaison?

In der Tsuyu-Saison (Juni–Juli) fallen die Hotelpreise in Japan um 15 bis 25 Prozent im Vergleich zur Kirschblüten-Hochsaison (März–April) und zur Herbstlaub-Saison (Oktober–November). Ein Ryokan in Kyoto, der im April 300 Euro pro Nacht kostet, ist im Juni oft schon für 220–250 Euro buchbar. Stadthotels in Tokyo zeigen ähnliche Trends. Der Preisrückgang ist in Japan moderater als in rein tropischen Reisezielen, aber spürbar — besonders in der dritten Juniwoche und in der ersten Julihälfte, wenn europäische Reisende die Tsuyu systematisch meiden.